Würzburg zur Zeit des Nationalsozialismus


Professor Dr. Werner Heyde: Leiter der Würzburger Psychiatrie im Dienste des NS-Euthanasie-Programms
In der Anklageschrift der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt vom Mai 1962 wurde Professor Heyde vorgeworfen, „heimtückisch, grausam und mit Überlegung mindestens 100 000 Menschen getötet zu haben.“ Wer war dieser Mann? Sein beruflicher Aufstieg vom Assistenzarzt an der Nervenklinik Würzburg korrespondierte mit seiner Karriere innerhalb der NS-Hierarchie der Ärzteschaft. Ab 1939 war Heyde an der Organisation der Tötung von sog. „Geisteskranken“ bei diversen Tarnorganisationen tätig. Als Obergutachter entschied er über Leben und Tod der Patienten. Am Ende des Krieges wurde er inhaftiert, entzog sich aber dem Prozess durch Flucht. Der Vortrag beschäftigt sich aber auch mit der „zweiten Karriere“ Heydes: Wie war es möglich, dass dieser Mann unter dem Pseudonym Dr. Fritz Sawade bis 1959 wieder unbehelligt als Arzt arbeiten und mehr als 7000 psychiatrische Gutachten für staatliche Institutionen verfassen konnte? Eine spannende und – aus heutiger Sicht – unglaubliche Geschichte!

1 Abend, 04.04.2019,
Donnerstag, 18:30 - 20:00 Uhr
1 Termin(e)
Roselinde Weigert
C 1460
vhs Vordergebäude, Langgasse 17, 97753 Karlstadt, Raum: Saal 1, 1. St.
ohne Gebühr, Spende erwünscht
Anmelde- und Stornoschluss:
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